17.11.2018 17:30 – Murnau-Filmtheater
Philippinen 1982 125 Min. Omd+eU
von Ishmael Bernal
Drehbuch: Ricardo Lee, Kamera: Sergio Lobo, Schnitt: Ike Jarlego Jr., Produktion: Experimental Cinema of the Philippines, Produzent: Charo Santos-Concio, Darsteller: Nora Aunor, Spanky Manikan, Veronica Palileo
Wenn jemals einen Film über die Sünden blinden Glaubens gab, dann MIRACLE. Unter den vielen Filmen über Religion ist er einzigartig in seiner mutigen Gegenhaltung. Umso bemerkenswerter ist dies in einem Land, in dem der Katholizismus noch starrer gelebt wird als im Vatikan. Zweifellos zählt MIRACLE den besten philippinischen Filmen, und er machte den Superstar Nora Aunor, seit Jahrzehnten eine der Ikonen des philippinischen Kinos, zu einer Legende.
Der vielfach ausgezeichnete Ishmael Bernal (1938–1996) war ein Filmemacher der Extraklasse, ein wütender Anti-Marcos-Aktivist und Unterstützer der Kommunistischen Partei der Philippinen. Seine Kunst reicht weit über reine Ästhetik hinaus. Seine Hauptanliegen: Kampf den Zensoren, Befreiung der Künstler, Gerechtigkeit den Unterdrückten, Aufklärung und Unterhaltung des Publikums. Er ist bekannt für seine Melodramen, in denen feministische wie moralische Themen behandelt werden. Es entstanden Meilensteine des Filipino-Films wie NUNAL SA TUBIG (1975) und MANILA BY NIGHT (1980). Im Jahr 1980 kürte ihn die philippinische Filmkritikervereinigung zum herausragendsten Filmemacher der 1970er-Jahre. Fünf der – nach Kritikerurteil – zehn besten Filme in dieser Dekade drehte er. 2001 wurde Bernal zum philippinischen Nationalkünstler für Film ernannt.
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